Fahranfänger und die Autoversicherung

Zahlreiche Statistiken belegen es - Fahranfänger verursachen prozentual gesehen die meisten schweren Verkehrsunfälle. Hauptgründe sind in der Regel unüberlegte Handlungen im Bezug auf Fahrmanöver, sowie Alkohol und Drogen am Steuer. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Fahranfänger in der Autoversicherung als so genannte "schlechte Risiken" gelten und die Einstiegsprämien entsprechend hoch liegen - nämlich bei 240 Prozent.

Der Termin für das Inkrafttretens des Gesetzes wonach für Fahranfänger die Null-Promille-Grenze gilt, steht noch nicht fest. Grund für diesen Vorstoß war, dass die Entwicklung doch recht dramatisch war, denn jeder achte Verkehrstote in Deutschland geht auf das Konto von "Alkohol am Steuer". Fahranfänger nehmen dabei eine traurige Spitzenposition ein, denn an jedem dritten tödlich ausgehenden Unfall, bei dem Alkohol mit im Spiel war, sind Fahranfänger beteiligt.

Neben Alkohol spielt aber auch die Unerfahrenheit beim Fahren und die größere Risikobereitschaft dieser Versichertengruppe dabei eine wesentliche Rolle. Ob mit dem Gesetz jedoch diese Zahl in der Unfallstatistik der Kfz-Versicherer sinkt, ist fraglich, denn nach Meinung von Experten spielt in der heutigen Zeit nicht nur der Alkohol eine große Rolle, sondern in zunehmendem Maße auch Drogen, wie Cannabis oder Designer-Drogen, die wie Alkohol auch enthemmend wirken und ebenso die Fahrtüchtigkeit einschränken.

Davon abgesehen: Es ist davon auszugehen, dass auch die Einführung einer Null-Promille-Grenze an den hohen Einstiegsprämien für Fahranfänger wohl nichts ändern wird, denn der Risikofaktor "Mensch" bleibt nach wie vor unberechenbar. Um das Fahrzeug einigermaßen günstig versichern zu können, bleibt Fahranfängern in der Regel nichts anderes übrig, als ihr Fahrzeug gegebenenfalls über ihre Eltern als Zweitwagen zu versichern. Einige Kfz-Versicherer bieten aber inzwischen auch günstiger Tarife für Fahranfänger an - Voraussetzung: Sie nehmen an einem Sicherheitsseminar teil.